Hanf Sonnensegel abschneiden










Letzte Aktualisierung: 17.03.2025
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Wenn Deine Pflanze richtig loslegt, wirken die großen Sonnensegel erstmal wie ein gutes Zeichen. Viel Blatt, viel Wachstum, alles sieht kräftig aus. Mit der Zeit wird das Blätterdach aber dichter und genau dann können die größten Fächerblätter anfangen zu nerven. Plötzlich liegen sie wie ein Vorhang über den Budsites, im Inneren der Pflanze steht die Luft und unten kommt kaum noch Licht an.
An diesem Punkt stellt sich fast automatisch die Frage: Solltest Du die Sonnensegel abschneiden oder lieber alles so lassen. Eine pauschale Antwort gibt es nicht, denn es hängt stark davon ab, wie Deine Pflanze wächst und wie Dein Setup aussieht. Richtig eingesetzt kann das Entfernen einzelner Sonnensegel helfen, Licht und Luft besser zu verteilen. Wenn Du dagegen zu früh oder zu viel wegschneidest, nimmst Du der Pflanze Energie und setzt sie unnötig unter Stress.

Damit Du nicht nach Gefühl entscheiden musst, erklären wir Dir in diesem Artikel, wann das Abschneiden wirklich sinnvoll ist, welche Blätter Du überhaupt meintest und wie Du so vorgehst, dass die Pflanze davon profitiert.

Sonnensegel sind die großen, fächerartigen Blätter, die Du vor allem in der Wachstumsphase und in den ersten Wochen der Blüte siehst. Sie sitzen meist an den größeren Knotenpunkten und haben im Vergleich zu kleineren Blättern eine große Fläche. Genau diese Fläche macht sie so wichtig, weil sie wie ein Kraftwerk arbeitet: Sie fängt Licht ein und hilft der Pflanze dabei, Energie aufzubauen.
Viele Grower nennen sie auch Fächerblätter, wobei im Alltag oft beides gemeint ist. Wenn in diesem Artikel von Sonnensegeln die Rede ist, geht es um diese großen, dominanten Blätter, die schnell ganze Bereiche beschatten können.
Sonnensegel sind nicht einfach Dekoration, sie sind ein zentraler Teil des Systems. Sie liefern der Pflanze Energie, unterstützen Wachstum und helfen dabei, den gesamten Stoffwechsel stabil zu halten. Außerdem dienen sie als Puffer, weil die Pflanze über Blätter auch Nährstoffe und Wasserhaushalt reguliert. Darum ist der Gedanke wichtig: Wenn Du Sonnensegel entfernst, veränderst Du nicht nur die Optik, sondern greifst in die Arbeitsfläche der Pflanze ein.
Das bedeutet nicht, dass Entfernen automatisch schlecht ist. Es bedeutet nur, dass es sich lohnen muss. Du solltest einen konkreten Vorteil haben, der den Verlust an Blattfläche rechtfertigt.
Sollte man Hanf Sonnensegel abschneiden? Hier hängt die Antwort stark vom Ziel und vom Setup ab. Die sinnvollste Sichtweise ist: Sonnensegel sind grundsätzlich wertvoll, aber manchmal stehen einzelne Blätter so ungünstig, dass sie mehr blockieren als bringen.
Sinnvoll kann es sein, Sonnensegel abzuschneiden, wenn:
- ein Blatt mehrere Blütenansätze dauerhaft beschattet und Du das nicht anders lösen kannst
- das Blätterdach so dicht ist, dass Luft kaum zirkuliert und Feuchtigkeit lange stehen bleibt
- Du im Growraum merkst, dass es im Inneren der Pflanze dauerhaft klamm ist
- einzelne Blätter krank, beschädigt oder deutlich überaltert sind
Weniger sinnvoll ist es, wenn:
- Du einfach „mehr Licht nach unten“ willst, obwohl die Pflanze insgesamt noch klein ist
- Du sehr viele Blätter auf einmal entfernen würdest
- Deine Pflanze gerade gestresst ist, zum Beispiel durch Umtopfen, Nährstoffprobleme oder Hitze
- Du Autoflower Pflanzen hast, die wenig Zeit haben, sich zu erholen
Wenn Du es ganz praktisch brauchst: Schneide nicht, weil man es so macht, sondern weil Du ein konkretes Problem löst.

Wann ist der richtige Zeitpunkt, um Sonnensegel zu entfernen? Timing ist beim Sonnensegel abschneiden fast wichtiger als die Technik. Du kannst sauber schneiden und trotzdem falsches Timing haben.

In der Veg baut die Pflanze Struktur und Reserven auf. Sonnensegel sind hier besonders wertvoll, weil sie das Wachstum antreiben. Darum gilt: In der Wachstumsphase entfernst Du Sonnensegel nur sehr selektiv.
Gute Gründe in der Veg sind vor allem beschädigte, vergilbte oder kranke Blätter. Auch wenn ein einzelnes Blatt extrem störend sitzt, kannst Du es entfernen, aber eher als Ausnahme.
Viele Grower nutzen diese Phase für gezielte Eingriffe, weil die Pflanze zu diesem Zeitpunkt meist kräftig ist und noch gut regeneriert. Wenn Du Sonnensegel entfernen willst, um die Budsites besser zu belichten oder um das Blätterdach zu öffnen, ist die frühe Blüte oft der Moment, in dem das am sinnvollsten ist.
Wichtig ist, dass Du nicht gleichzeitig alles machst. Wenn Du gerade toppst, trainierst oder lollipoppst, dann verteile Eingriffe lieber über mehrere Tage, statt alles in einer Session zu erledigen.
In der späten Blüte ist die Pflanze stärker auf Ausreifung fokussiert. Hier entfernst Du Sonnensegel nur noch, wenn sie klar stören oder von selbst abbauen. Ein typischer Fall sind Blätter, die ohnehin gelb werden und Schatten auf sehr dichte Buds werfen. Große Auslichtaktionen sind hier eher riskant, weil die Pflanze weniger Lust hat, sich von Stress zu erholen.

Wie entfernt man Sonnensegel richtig? Wenn Du Dich entscheidest zu schneiden, zählt vor allem ein ruhiges Vorgehen. Du willst Ordnung schaffen, nicht die Pflanze „ausdünnen, bis es luftig aussieht“.

Nimm Dir zwei Minuten und schau nicht nur von oben, sondern auch seitlich in die Pflanze. Frage Dich: Welche Budsites werden dauerhaft verdeckt und lässt sich das Blatt vielleicht auch einfach wegstecken oder unter einen Trieb klemmen? Oft brauchst Du gar keinen Schnitt, sondern nur eine bessere Position.
Nutze eine scharfe Schere und reinige sie kurz. Saubere Schnitte heilen besser und Du vermeidest, dass Du Gewebe quetschst. Das klingt nach Kleinigkeit, macht aber in der Praxis einen Unterschied, vor allem wenn Du mehrere Pflanzen bearbeitest.
Schneide das Blatt am Stielansatz ab, ohne den Stamm zu verletzen. Du musst nicht tief schneiden, aber Du solltest auch kein langes Stück Stiel stehen lassen, das später gammelig wird. Ein sauberer Schnitt ist ideal.
Als Faustregel: Entferne pro Durchgang nur so viele Sonnensegel, dass die Pflanze sichtbar offener wird, aber nicht „nackt“ wirkt. Wenn Du danach noch mehr entfernen willst, warte ein paar Tage und schau, wie sie reagiert.
Nach dem Schnitt gilt: nicht direkt wieder nachlegen, nur weil es so gut lief. Schau, ob die Pflanze normal weiter wächst, ob sie in der Blüte stabil bleibt und ob das Klima im Blätterdach wirklich besser ist. Der Nutzen sollte spürbar sein, sonst war es wahrscheinlich unnötig.
Blätter, die beschädigt, krank oder stark vergilbt sind, sollten angeschnitten werden. Diese bringen der Pflanze wenig und können eher Probleme machen. Auch sehr große Sonnensegel, die Budsites komplett verdecken oder Luft in einer dichten Zone blockieren, sollten entfernt werden. Diese sind oft die Blätter, bei denen Entfernen wirklich etwas ändert.
Gesunde Sonnensegel, die zwar groß sind, aber nicht stören, solltest Du lassen. Diese Blätter sind nämlich eine Energiefläche. Wenn Du sie ohne Grund entfernst, nimmst Du der Pflanze Leistung.
Tatsächlich gibt es Unterschiede zwischen Indica, Sativa und Hybriden, weil die Wuchsform und Blattstruktur unterschiedlich sind.

Indica dominante Sorten wachsen oft kompakter und buschiger mit breiten Blättern. Hier kann das Blätterdach schnell sehr dicht werden. In solchen Fällen kann selektives Entfernen einzelner Sonnensegel sinnvoll sein, um Luft und Licht im Inneren zu verbessern. Du solltest aber trotzdem nicht übertreiben, weil auch Indicas Blattfläche brauchen.
Sativa dominante Sorten wachsen häufig höher und luftiger, mit schmaleren Blättern und mehr Abstand zwischen den Knoten. Hier ist der Druck, Sonnensegel zu entfernen, oft geringer. Sativas reagieren außerdem in manchen Fällen sensibler auf starke Eingriffe. Das heißt nicht, dass Du gar nichts machen darfst, aber Du solltest noch selektiver vorgehen.
Hybriden sind alles dazwischen. Hier hilft keine starre Regel. Schau Dir den konkreten Wuchs an. Wenn der Hybrid eher buschig und dicht ist, behandle ihn wie eine Indica. Wenn er eher streckt und luftig bleibt, verhalte Dich wie bei einer Sativa.

Beim Abschneiden von Sonnensegeln solltest Du folgende Fehler vermeiden:
Das ist der Klassiker. Du siehst die offene Pflanze und willst noch mehr Licht. Das Problem ist: Die Pflanze verliert zu schnell zu viel Arbeitsfläche und reagiert mit Stress oder Wachstumsstopp. Wenn Du danach „komisch“ korrigierst, wird es oft nur schlimmer.
Junge Pflanzen brauchen ihre Sonnensegel, um überhaupt Power aufzubauen. Wenn Du zu früh ausdünnst, verlangsamt sich Wachstum und Du verlierst Zeit, die Du später nicht zurückbekommst.
Wenn Du nicht sagen kannst, welches Problem Du gerade löst, ist es meist kein guter Schnitt. Schneiden sollte einen klaren Zweck haben, sonst ist es nur Aktion.
Quetschungen und unsaubere Schnitte sind unnötiger Stress und öffnen Türen für Probleme. Eine saubere Schere ist ein einfacher Hebel, der viel Ärger spart.
Das Abschneiden von Sonnensegeln ist im Kern eine Form von Entlaubung, nur eben sehr gezielt auf große Blätter. Lollipopping ist dagegen ein Aufräumen im unteren Bereich mit Fokus auf schwache Triebe und Budsites. In der Praxis kannst Du beides kombinieren, solange Du die Eingriffe nicht stapelst. Erst Struktur schaffen, dann gezielt öffnen, dann beobachten. Wenn Du das als Ablauf verstehst, wirkt es nicht wie Chaos, sondern wie ein Plan.
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https://www.frontiersin.org/articles/10.3389/fpls.2021.718438/full
https://journals.ashs.org/hortsci/view/journals/hortsci/54/5/article-p964.xml
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC7551933/

Eric Schumann
Seit 2024 bin ich Head of Marketing der Mary Jane Berlin und begeistere mich leidenschaftlich für die Cannabisbranche. Mein Fokus liegt darauf, innovative Marken, Trends und Community-Entwicklung voranzutreiben. In meinen Beiträgen teile ich Einblicke in die Welt des Cannabis-Marketings, aktuelle Entwicklungen der Branche und spannende Themen rund um die größte Hanfmesse Deutschlands.

Artikel geschrieben von
Eric Schumann
Seit 2024 bin ich Head of Marketing der Mary Jane Berlin und begeistere mich leidenschaftlich für die Cannabisbranche. Mein Fokus liegt darauf, innovative Marken, Trends und Community-Entwicklung voranzutreiben. In meinen Beiträgen teile ich Einblicke in die Welt des Cannabis-Marketings, aktuelle Entwicklungen der Branche und spannende Themen rund um die größte Hanfmesse Deutschlands.
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